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HORNER Magazin | November-Dezember 2013

HORNER Magazin | November - Dezember 201338 eit 2002 gibt es die Bremer Bürgerstiftung. Ausgehend von ihrem Domizil in der Marcusallee 39 in der Zentrale der Bremer Heimstiftung unterstützt und fördert sie Pro- jekte in der Hansestadt und in ihren Stadtteilen. Seit 2012 hat sich die Einrichtung dem Motto „Bremen gemeinsam bewe- gen!“ für eine lebendige und bürgerfreundliche Zukunft der Stadt verschrieben. Dabei liegen den Akteuren um den Vor- standsvorsitzenden Staatsrat a. D. Hans-Christoph Hoppensack und Geschäftsführer Peter Beier - vor seiner Pensionierung einer der Geschäftsführer der Arbeitnehmerkammer - vier Themen- felder als Schwerpunkte ihrer Arbeit am Herzen: Die Zukunft Bremens im Lichte von mehr Bürgerbeteiligung, die Stärkung von Zivilcourage und Gewaltprävention, das Miteinander von Starken und Schwachen sowie das Thema „mehr Chancen für Kinder und Jugendliche“. Mit diesen Themenschwerpunkten möchte die Stiftung, in deren Vor- stand sich viele bekannte Bremer Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft engagieren, sowohl den sozialen Zusam- menhalt in der Stadt als auch das Verantwortungsbewusstsein der Bürger stärken. Mit einer jährlichen Fördersumme von gut 80.000 Euro unterstützt sie Projekte und Vereine, die diesen Zielen entspre- chen. Geschäftsführer Peter Beier: „Der geringere Teil dieses Geldes stammt aus Kapitalerträgen. Das meiste aus Zustiftungen. Die Ka- pitalerträge aus Zinsen sind zurzeit sehr gering. Und Stiftungen dür- fen nicht spekulieren, was ja auch sinnvoll ist.“ Daneben hat die Bürgerstiftung starke Partner an ihrer Seite - wie etwa die Sparkasse oder Werder Bremen. „Aber dann gibt es auch immer wieder Spender, die für bestimmte Projekte Geld in die Kasse geben.“ Maßgeblich für eine Förderung durch die Bremer Bürger- stiftung ist ein spürbarer Nutzen für das Gemeinwesen. Das ist natürlich bei Integrationsprojekten der Fall, die in diesem Jahr besondere Unterstützung erfuhren. „Wir fördern zum Beispiel ein Projekt in Kattenturm“, erzählt Peter Beier weiter. „Dort gibt es eine Menge Migranten, die schon gelernt haben, hier mit dem Alltag Die Bürgerstiftung Bremen fördert ehrenamtliche Projekte und setzt sich für mehr Bürger-Beteiligung in Bremen ein klarzukommen. Diese organisieren Lotsen für die, die neu dazu- kommen. Sie vermitteln den Umgang mit Behörden und Schulen und wie sie sich hier im Alltag zurechtfinden.“ Zwei andere Förder- beispiele: Die Initiative zur Begrünung der Betonmeile „Lucie Flechtmann-Platz“ und das Projekt von Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon, die auf dem Delmemarkt einen öffentlichen Bücherschrank aufgestellt hat, aus dem sich jeder ein Buch nehmen darf, wenn er eines hineinstellt. Im September verlieh die Bürgerstiftung den Hilde-Adolf-Preis, den sie seit 2005 jährlich für vorbildliche Freiwilligen-Arbeit und Bür- gerbeteiligung vergibt, mit einer Summe von 3.000 Euro an das Pro- jekt „Sommerpatenschaften“ des Vereins „Fluchtraum Bremen e. V.“. Ebenfalls mit 3.000 Euro dotiert ist der Preis der Deutschen Kindergeld Stiftung, einer Treuhandstiftung der Bürgerstiftung, der zeitgleich an die Initiative „Huckepack“ der Bremer Freiwilligen- Agentur verliehen wurde. Die „Sommerpaten“ begleiteten Flücht- lingskinder ohne Familien während der für sie besonders einsamen Sommerferien nachmittags und an den Wochenenden zu Ausflügen und Unternehmungen. Bei der Initiative „Huckepack“ begleiteten Erwachsene benachteiligte Kinder über einen Zeitraum von 18 Mo- naten zwei bis drei Stunden wöchentlich, um ihnen den Wechsel vom Kindergarten zur Schule zu erleichtern. Gefördert wurde aber auch die Horner Sportstiftung als zweite Treu- handstiftung. Bis Ende 2012 hat die Stiftung insgesamt 111 Projekte gefördert. So wurde etwa der Verein „Leselust“ mehrmals unter- stützt, aber auch generationenübergreifende Projekte, die Anschaf- fung von Fahrrädern mit Wärmvorrichtung für die Verteilung von Suppen für Obdachlose oder das LIS, ein Lehrer-Fortbildungsinsti- tut, das Lehrer und Jugendliche im Umgang mit Gewalt schult. „Das ist ja übrigens unser Generalthema“, sagt Peter Beier. „Sich nicht wegducken, sondern hinsehen und hinhören.“ Natürlich möchte die Stiftung Bremen gerne noch mehr bewegen. Zum Beispiel gemeinsam mit anderen Stiftungen. „In Bremen gibt es unheimlich viele kleine Stiftungen, die sich auf dem selben Feld TEXT | RENATE SCHWANEBECK Anstatt einen Konflikt der Gene- rationen oder Kampf der Kultu- ren herbeizureden, sollten wir lieber darüber nachdenken, was wir voneinander lernen können und wie wir in Zukunft mitein- ander leben wollen. Auf lange Sicht kann es sich keine Gesell- schaft leisten, auf einzelne Grup- pen zu verzichten. Wir brauchen alle Menschen in unserer Stadt, wenn wir weiterhin wirtschaftlich und sozial erfolgreich bleiben wollen. S DIE BREMER BÜRGERSTIFTUNG Bürgermeister a.D. Dr.Henning Scherf

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