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HORNER Magazin | Frühling 2011

HORNER Magazin | Frühling 201120 UNENDLICHE WEITEN IM TECHNOLOGIE-PARK Seit über einem Jahr arbeitet der 28-Jäh- rige Diplom-Informatiker im Robotics In- novation Center an seiner Doktorarbeit. Doch die große praktische Prüfung im brackigen Wasser der Ostsee steht dem Dagon-Tauchroboter noch bevor. „Erst nach rund eineinhalb Jahren kommt so ein Fahrzeug ins Wasser“, erklärt Marc Hil- debrandt. Ein weitaus weniger spektakulärer Ein- satz bietet sich den intelligenten Maschi- nen im Außengelände des RIC. Die dortige Roboter-Teststrecke bietet den Prototypen und weiterentwickelten Mo- dellen einen abwechslungsreichen Par- cours mit einer Vielzahl von Hindernis- sen. So gilt es unter anderem Bahn- schienen, Felsen, Gitterroste und Baum- stämme sowie Canyons, Granitwände oder Steigungen auf Rasen und Geröll zu überwinden. Sogenannte „Random Step- ping Fields“, also unebe- nes Gelände mit verschieden hohen Stufen, Kies, Sand und ein See mit Furt runden den Testpar- cours ab. Eine Alltagstauglichkeit auf Erden benötigen vor allem die Vertreter der so- genannten Sicherheitsro- botik zur Unterstützung von Rettungs- und Sicher- heitskräften. Sie könnten in Zukunft unter anderem helfen, Objekte und Perso- nen durch Radar- und La- serscanner oder mit Hilfe von Wärmebildkameras zu identifizieren. Ein Beispiel hierfür ist das vor einigen Jahren entwickelte Projekt SentryBot und SentryBot II. Der autonom arbeitende Roboter kann Büroge- bäude und Industrieanla- gen gegen Diebstähle, Sabotage oder Industrie- spionage schützen, indem er sicherheitsrelevante An- lagen und Gebäude kostengünstig und voll automatisch überwacht. Dazu muss er nicht einmal eine Route erlernen – sei- nen Weg findet die rollende Wachhund per Radar und Infrarotsensoren. Die Systementwicklung vom Reißbrett bis zum Prototypen ist einer der Schwer- punkte des Robotics Innovation Centers in Bremen. Gemeinsam arbeiten hier über 100 Informatiker, Biologen, Physi- ker und Mathematiker und auch Elektro- techniker, Mechatroniker und Maschinenbauer an den innovativen Mo- dellen. Weil es sich dabei nicht um Fließ- bandproduktion handelt und viele der benötigten Bauteile noch gar nicht in Se- rienfertigung zu bekommen sind, werden sie von den Mitarbeitern größtenteils in den hauseigenen Werkstätten angefertigt. So werden zum Beispiel Gehäuseteile aus unterschiedlichen Materialien im Gussverfahren als Einzelstücke produ- ziert – teilweise sogar mit direkt inte- grierten Sensoren. Und auch Gelenke, Mikrochip-Schaltkreise und Leiterplati- nen für die neuen Roboter entstehen im Technologiepark. In der Mechanikwerk- statt werden schließlich die Prototypen zusammengesetzt und Testmodelle repa- riert. Das Robotics Innovation Center im Tech- nologiepark ist Teil des Deutschen For- schungszentrums für Künstliche Intelligenz. Im Jahr 2006 als DFKI- Labor gegründet, ist das Institut seit 2009 neben Kaiserslautern und Saarbrücken der dritte, gleichberechtigte Standort des Forschungszentrums in der Bundesrepu- blik. Darüber hinaus besteht noch ein Projektbüro in Berlin. Weitere Informationen zum Robotics In- novation Center gibt es im Internet unter robotik.dfki-bremen.de oder unter www.dfki.de “AILA” hat durchaus menschliche Eigenschaften H